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Gendergerechtigkeit: Frauen an der Universität Hamburg

08. März 2019 admin Keine Kommentare

Das Jahr 2019 ist ein besonderes für die Universität Hamburg: Sie kann in diesem Jahr auf 100 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Anlässlich dieses Jubiläums wird es ein ganzjähriges Veranstaltungsprogramm geben. Dabei bietet das Jubiläum nicht nur Gelegenheit für Rückblicke, sondern auch Möglichkeiten für Zukunftsvisionen, gerade im Bereich der Gendergerechtigkeit und der Geschlechterverhältnisse. Ein Beitrag von Jan-Niklas Pries.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie lange die Wissenschaft rein männerdominiert war – Frauen wurde die Möglichkeit zur Beteiligung und zur Gestaltung lange Zeit verwehrt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts konnten Frauen im deutschsprachigen Raum nicht an Universitäten studieren. Während an der Uni Hamburg bereits kurz nach ihrer Gründung ein allmählich ansteigender Anteil an Studentinnen zu verzeichnen war, wurde diese positive Entwicklung jedoch durch die reaktionäre Familienpolitik der Nationalsozialisten jäh beendet. In den 1930er-Jahren nahm der Anteil der Studentinnen an der Uni Hamburg wieder drastisch ab.

Die erste Frauengruppe an der UHH

Erst nach der Hochschulreform und der Verabschiedung des Universitätsgesetzes 1969 wuchs die Zahl der Studentinnen wieder an. Aus der Kritik am männlich dominierten Wissenschaftssystem und der mangelnden Wahrnehmung frauenrelevanter Themen, begannen in diesem Zeitraum Studentinnen erstmals in Zusammenschlüssen aktiv zu werden. Die erste Frauengruppe an der Universität Hamburg gründete sich im Wintersemester 1975 im Rahmen des AStA und war Ausgangspunkt des sich kurze Zeit darauf konstituierenden AStA-Frauenreferats. Ab 1976 bildeten Studentinnen in verschiedenen Fachbereichen weitere Frauengruppen mit dem Ziel, frauenrelevante Themen an der Hochschule, beziehungsweise im eigenen Studienfach, sichtbarer zu machen.

Vieles hat sich verändert, vieles wurde getan

Die Anzahl der Studentinnen und Absolventinnen wie auch der Wissenschaftlerinnen an der Uni Hamburg ist bis in die jüngste Vergangenheit kontinuierlich gestiegen. Sowohl die Studienstruktur, als auch die wissenschaftlichen Karriereverläufe haben sich im Laufe des letzten Jahrzehnts mit Blick auf die Geschlechterverhältnisse positiv verändert. So lag im Zeitraum von 2012 bis 2017 der Anteil an Studentinnen durchschnittlich bei 56 Prozent und der Frauenanteil an den Promotionen bei 51 Prozent. Nicht nur die Zahlen der Studentinnen konnte verbessert werden, auch die Frauenanteile an Professuren haben sich in den vergangenen Jahren durch erfolgreiche Gleichstellungsarbeit um drei Prozentpunkte zwischen 2012 und 2017 gesteigert. So gehört der Frauenanteil an Professuren (34 Prozent im Jahre 2017 ohne UKE) an der Universität Hamburg bundesweit zu den höchsten. Auf Ebene des Präsidiums sind darüber hinaus zwei von fünf Positionen mit Frauen besetzt; im Akademischen Senat sind es 32 Prozent.

Der Blick in die Zukunft

Trotz dieser positiven Entwicklungen gibt es weiteren Handlungsbedarf: Ein wichtiges Feld stellen etwa die Frauenanteile in den MINT-Fächern dar. Die Universität Hamburg will mit dem Frauenförderfonds Projekte zum Abbau geschlechterbedingter Benachteiligungen in Studium, Lehre und Forschung sowie der Verwaltung weiter fördern. Dennoch hat die Uni als moderne, weltoffene Universität gleichstellungspolitische Ziele bereits fest verankert und vor mehreren Jahren eigens eine Stabsstelle Gleichstellung eingerichtet. Sie unterstützt die Universität auch in Zukunft darin, weiterhin Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit und -gerechtigkeit von Frauen und Männern umzusetzen und zu etablieren.

Ich habe an der Uni Hamburg Journalistik und Kommunikationswissenschaft studiert und mich von Anfang an hier wohl gefühlt. Die gute Atmosphäre an der Universität, die Kommilitonen und die Stadt haben mich sehr geprägt. Ich würde mich jederzeit wieder für die Universität Hamburg entscheiden. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Jan-Niklas Pries

 

 

 

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