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Hansjörg Sinn – ein außergewöhnlicher Professor

16. März 2019 admin Keine Kommentare

Vor 52 Jahren folgte Hansjörg Sinn dem Ruf der Universität Hamburg als außerordentlicher Professor für Angewandte Chemie und beeinflusste damit in den folgenden Jahren nicht nur die Universitäts- sondern auch die Stadtgeschichte entscheidend mit. Ein Beitrag von Wladislaw Dolshanskiy.

Der am 20. Juli 1929 in Ludwigshafen am Rhein geborene Hansjörg Sinn promovierte nach seinem Chemie- und Physikstudium 1956 in der Organischen Chemie in Braunschweig und habilitierte sich 1963 an der TU München für die Technische Chemie. Nachdem er zwei Jahre in der Industrie bei der BASF AG in Ludwigshafen gearbeitet hatte, folgte er 1966 schließlich dem Ruf der Universität Hamburg und tauschte den Rhein gegen die Elbe ein.

Senator für Wissenschaft und Forschung

In den Folgejahren erlangten er und sein Wirken eine Bedeutung weit über die Fachgeschichte hinaus. Gesamtuniversitär insofern, als dass er 1969 nach Ablehnung eines Rufs aus Dortmund der letzte Rektor der alten Universität Hamburgs wurde. Im gleichen Jahr kam dann das Hamburger Universitätsgesetz als erstes Hochschulreformgesetz der Bundesrepublik, welches nicht nur den Posten des Rektors gegen den eines Präsidenten eintauschte, sondern auch die damaligen Fakultäten in Fachbereiche zerschlug.[2] Prof. Dr. Hansjörg Sinn wurde in dieser neuen Ordnung der erste Vizepräsident.
Darüber hinaus hat Sinn in Hamburg unzählige Bauprojekte mit Herzblut und Elan unterstützt und begleitet. Sein unerlässlicher Einsatz für die Gründung einer eigenständigen wissenschaftlich-technischen Einrichtung wurde mit dem Bau der Technischen Universität Hamburg-Harburg belohnt, deren Gründungspräsident er schließlich wurde. Dieses Amt bekleidete er jedoch nur wenige Wochen. Sinn übernahm 1978, im Gründungsjahr der TU HH, das Amt des Senators für Wissenschaft und Forschung, verliehen vom damaligen Hamburger Bürgermeister.

Zurück zur Lehre

Sinn blieb bis 1984 Senator und kehrte daraufhin zu seinem Lehrstuhl an der Universität Hamburg zurück. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1994 arbeitete er hier als Professor für Technische und Makromolekulare Chemie. Neben seinen Ehrendoktorwürden und vielzähligen Preisen trägt heute außerdem ein Hörsaal am Fachbereich Chemie ihm zu Ehren seinen Namen. Er hat nicht nur die Universitäts-, sondern aus die Stadtgeschichte entscheidend mitgeprägt und wir Studierende sind ihm mehr als dankbar.

Herzlichen Glückwunsch zum 100-Jährigen, liebe Universität Hamburg. Seit deiner Gründung hast du sehr viele Studierende, Lehrende und Interessierte auf ihrem Bildungsweg begleitet und ich bin mir sicher, dass du auch in den nächsten hundert Jahren unzählige beeindruckende Persönlichkeiten, wie Prof. Hansjörg Sinn anziehen und hervorbringen wirst. Wladislaw Dolshanskiy

Quellen

[1]     C. Finkbeiner-Dege in 400 Jahre Chemie als Wissenschaft in Hamburg. Von der Gründung des Akademischen Gymnasiums bis zu aktuellen Forschungsthemen am Fachbereich Chemie der Universität Hamburg (Hrsg.: V. Vill, T. Behrens), Lehmanns Media Verl., Berlin, 2015, S. 204–210.

[2]     R. Hering, R. Nicolaysen, Lebendige Sozialgeschichte. Gedenkschrift für Peter Borowsky, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2003.

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